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Ort: Regionalverein Mühlviertler Kernland, Waaggasse 6, 4240 Freistadt
Datum: 19. Juni 2020, 9.30 Uhr

Presseunterlagen als PDF

Neues Wohnen in Gemeinschaft

Wie möchten SIE 2050 leben und wohnen?

Diese Frage begleitet uns in der Regionalentwicklung im Mühlviertler Kernland seit zwei Jahren intensiv. Um die Antwort zu vereinfachen, haben wir uns dazu einige Fragen gestellt.

* Allein oder in Gemeinschaft?
* In der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus?
* In einer betreuten Wohnform?
* In einer lebendigen Gemeinschaft?

Die individuell richtige Antwort zu finden, ist nicht einfach. Keine Frage. Mit dem dreijährigen Projekt „Neues Wohnen in Gemeinschaft“ wollen wir das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig Gedanken über Leben und Wohnen in der eigenen Zukunft zu machen.

Einsamkeit. Die Corona-Krise als Chance für Wohnen in Gemeinschaft

„Jedermann wird zugestehen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehen es in seiner Abneigung gegen Einsamkeit, sowie seinem Wunsch nach Gesellschaft über den Rahmen seiner Familie hinaus“
(Charles Darwin)

Je unsicherer die Welt im Außen ist, desto mehr Fokus liegt auf dem eigenen Lebens- und Wohnumfeld. Das hat sich während des Lockdowns als generelle Entrümpelungs- und Ordnungswut gezeigt. Die ungeplant und ungewohnt freie Zeit hat jedoch auch dazu angeregt, Strukturen des Zusammenlebens zu hinterfragen und zu evaluieren. In Österreich gibt es ca. 1,4 Millionen Singlehaushalte, die Tendenz ist steigend.
Während viele Familien mit Kindern in dieser Krise auf eine harte Probe gestellt wurden, was Arbeitsteilung, Kinderbetreuung oder Homeschooling betrifft, mussten alleinlebende Menschen schmerzlich erfahren, was es heißt, plötzlich von einem Tag auf den anderen völlig isoliert zu sein. Diese von vielen Betroffenen beschriebene Einsamkeit mündete oft in einer tiefen Traurigkeit über fehlende Ansprechpersonen und Abwechslung. Was, wenn eine ähnliche Situation sich wiederholen würde, eine zweite Welle tatsächlich kommt? Viele Fragen, die sich gerade jetzt immer mehr Menschen stellen.

 

Ist gemeinschaftliches Wohnen eine Antwort?

Die Coronakrise hat die Vorstellung davon, dass gerade in unsicheren Zeiten gemeinschaftliches Wohnen Sinn macht und jeden Einzelnen/jede Einzelne auffängt, klarer gemacht, das Interesse dafür auch geschärft. In gemeinschaftlichen Wohnformen wie dem Belehof nahe Vöcklabruck oder der Wohnoase in
Freistadt werden Zusammenhalt und Unterstützung von Beginn an gelebt. „Es gibt in Krisenzeiten keinen besseren Ort als diesen zum Leben“, ist beispielsweise die aktuelle Aussage einer jungen Mutter, die am Belehof lebt. Strukturen wie eine lebendige Nachbarschaftshilfe, die in vielen Gemeinden oder Siedlungen erst
aus großer Not heraus aus dem Boden gestampft werden mussten, wurden hier bereits gelebt, schon lange vor Corona, ohne Krise. Aber in dieser Zeit hat es sich hundertmal bewährt. Dass gemeinschaftliches Wohnen dabei unterstützen kann, persönliche oder kollektive Krisen gut zu bewältigen, ist eine logische Schlussfolgerung und doch nur eine von vielen Vorteilen dieser Wohnform.

Kooperation mit Freiem Radio Freistadt

In den nächsten Wochen und Monaten will die Arbeitsgruppe „Neues Wohnen in Gemeinschaft“ mit einer Podcastserie in die Tiefe gehen, das Bewusstsein für die Vorteile neuer, gemeinschaftlicher Wohnformen schärfen, Erfahrungen einholen, spannende ExpertInnen vor den Vorhang holen und die Möglichkeit zur Informationsbeschaffung geben.

Folgende Themen stehen auf dem Programm:
*  Junge: Leben und Wohnen in der Region schaffen Bindung
*  Das Land braucht Frauen!
*  StudentInnen: Neue Wohnformen erleichtern Rückkehr
*  Wie geht es Menschen, die in gemeinschaftlichen Wohnformen leben?
*  Landschaft leben – Vernetzung und regionale Versorgung
*  Einsamkeit muss nicht sein: Die Menschen am Belehof erzählen
*  Generationenakademie Zürich: Gelebte Nachbarschaft
*  Homeoffice: Chance oder Hürde (Veränderungen, Klima, Einkaufsverhalten, Mobilitätsverhalten…)
*  Nachbarschaftshilfe als Motor gemeinschaftlichen Wohnens
*  Dorfgemeinschaften

Aktuelle Entwicklungen im Mühlviertler Kernland

Schon jetzt gibt es viele Beispiele – nicht nur überregional – dafür, dass und wie gemeinschaftliches Wohnen funktioniert. Das Interesse dafür steigt, wie vor allem Baumeister und Projektpartner Wolfgang Gutenthaler weiß.

Beispiele:
–  Waldburg: Interesse für Gemeinschaftswohnprojekt
–  Windhaag: Planungsstart Herbst 2021
–  Freistadt: Planungsstart Uni-Markt
–  Tragwein: Projekt umgesetzt
–  Lasberg: Projekt in Vorbereitung
–  Hirschbach: Räumliche Möglichkeiten

Auch wenn das Interesse vieler Menschen da ist, scheitert die Realisierung von Gemeinschaftswohnprojekten noch immer oft an Ängsten, Unsicherheiten, falschen Vorstellungen von generationenübergreifendem Wohnen.

Die Arbeitsgruppe „Neues Wohnen in Gemeinschaft“ ist gerne Anlaufstelle für alle Interessierten, IdeenträgerInnen und begleitet Projekte gerne von der Idee bis zur Umsetzung. Einfach anrufen oder Mail schreiben: 07942/75111, wohnen@leader-kernland.at

Nähere Informationen zu den konkreten Projekten:
Ing. Wolfgang Gutenthaler
wolfgang.gutenthaler@regnis.at
Tel: 0664/1633990

 

Workshop: Gewaltfreie Kommunikation

Zusammenleben und gemeinschaftliches Wohnen per se erfordern viel Kommunikationstalent, Krisen- und Konfliktbewältigung.
Am 9. Oktober lädt die Arbeitsgruppe „Neues Wohnen in Gemeinschaft“ von 16 bis 20 Uhr im Gasthof Blumauer in Rainbach zu einem Workshop mit den Expertinnen Rosvita Kröll und Elfi Pirolt ein.

Thema: Gewaltfreie Kommunikation, wertschätzende Sprachkultur und Gemeinschaft

* Ziele dieses vierstündigen Workshops sind:
o Besser verstehen, was Ihnen und anderen wirklich wichtig ist.
o Es gelingt Ihnen leichter, Missverständnissen in der Zusammenarbeit vorzubeugen.
o Sie können etwas ansprechen, das Sie stört, ohne befürchten zu müssen, dass die Beziehung darunter leidet.
o Sie können auch in schwierigen Situationen leichter eine wertschätzende Haltung bewahren.
o Sie erwerben Kompetenzen, um in Konflikten sogenannte Win-Win-Lösungen herbeizuführen.

* Konkrete Workshops-Inhalte:
o Wirkungsweise und Hindernisse gewohnter Sprach- und Kommunikationsmuster im Alltag.
o Einführung in die Grundlagen und Innere Haltung der Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg.
o Aufrichtig das Wesentliche sagen mit den vier Elementen der Gewaltfreien Kommunikation.
o Umgang mit Vorwürfen und Kritik.
o Die Kunst des Zuhörens.
o Konstruktiver Umgang mit Ärger.
o Wertschätzung und Anerkennung ausdrücken.
o Praktische Anwendung im Alltag.
o Gesprächsführung in schwierigen Situationen.

Anmeldungen: wohnen@leader-kernland.at

 

Projektabschluss: Exkursion

Im Frühling 2021 wird eine Exkursion für interessierte und erfahrene TeilnehmerInnen zu spannenden Gemeinschaftswohnprojekten den Abschluss den dreijährigen Leader-Projektes bilden. Aber schon jetzt laufen Vorbereitung für eine Weiterführung und Qualifizierung des Projektes. Denn das Thema „Neues Wohnen in Gemeinschaft“ wird uns auch in der nächsten Förderperiode, die Mitte 2022 startet, begleiten und ein Schwerpunkt in der Regionalentwicklung im Mühlviertler Kernland sein“, betont Leader-Managerin Conny Wernitznig.

GesprächsparnterInnen:
Conny Wernitznig, Leader-Managerin/Projektleiterin
Barbara Tröls, Projektkoordination
Kurt Prandstetter, Projektkoordination
Monika Weißengruber, Projektkoordination

Rückfragen Medien: Mag. Conny Wernitznig, MSc., conny.wernitznig@leader-kernland.at oder
wohnen@leader-kernland.at,
+43 7942 75111-20

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